Dienstag, 19. Mai 2015

When Dogs Fly

In Memoriam Dean Potter, der am 16. Mai im Yosemite-Nationalpark bei einem seiner Base-Jumps gestorben ist. Die Süddeutsche hat ihm heute einen kleinen Nachruf gewidmet. 

Menschen wie Dean sind nicht verrückt. Sie leben eine archaische Sehnsucht aus, sie konfrontieren uns nur mit einem Leben, das nicht am Schreibtisch oder an irgendein elektrisches Gerät verkabelt verbracht wird und nicht durch zig Policen (scheinbar) abgesichert ist. 

Menschen wie Dean erinnern uns daran, dass Gefahr über zwei Millionen Jahre Menschheitsgeschichte hinweg (bis vor 1-2 Generationen!) ein völlig normaler Teil des Lebens war. 
Und sie erinnern uns an unsere Sehnsucht nach Spiritualität, die aus diesem Gefühl der Unmittelbarkeit erwächst.








Freitag, 15. Mai 2015

Wichtige Frage(n)

In den letzten Tagen hat mich die gescheiterte Wahl eines neuen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker elektrisiert. Statt selber meinen Senf dazu gegeben, habe ich Norman Lebrecht, den Kritikerfürst der Klassik-Szene schlechthin, gebeten, für BILD und B.Z. eine Einordnung zu verfassen. Nachzulesen ist der Beitrag hier und auf Lebrechts Blog Slipped Disc.

Eine noch wichtigere Frage, nämlich nach dem Sinn des Lebens selbst, stellte sich der Verfasser eines Leserbriefes an den Londoner "Daily Telegraph", den ich dem geneigten Besucher meiner Seite nicht vorenthalten darf:






Donnerstag, 7. Mai 2015

Wiedervereinigung

Die Wulffs sind wieder ein Paar.
Ihr "Liebes-Outing" fand in Verona statt – vor der Casa di Guiletta.
Dazu heute ein kondensiertes Briefing zum Thema in BILD.

Sonntag, 3. Mai 2015

#RoyalBaby Congratulations




BILD.de hat mich gebeten, den Geburtstag der Windsor-Prinzessin (2. Mai) als Menetekel zu deuten – schließlich teilt sie sich ihn mit Katharina der Großen. 

Dienstag, 28. April 2015

Shivas Tränen



Natürlich gibt es angesichts von Tausenden Toten Wichtigeres. Aber dennoch ist dieser Bericht des National Geographic eine hilfreiche Übersicht, um zu erfahren, welche der unzähligen Kulturdenkmäler Nepals das Erdbeben überstanden haben.

Meine Gebete sind mit den Toten. Und den Trauernden.

Sonntag, 26. April 2015

Horseshit?


Manche Mythen dürfen nicht zerstört werden. Denn oft verraten sie mehr als reine wissenschaftliche Geschichtsschreibung. Oder wie ein Freund von mir einmal auf die erstaunte Frage, ob bei Heini Thyssen wirklich ein Picasso auf dem Klo hing, leicht genervt antwortete: "Nein, natürlich nicht, aber so war er!"

Nun hat Bianca Jagger in einem Brief an die Weekend FT (Letters, 25./26. April) klargestellt, dass die uralte – fest in New Yorks Mythologie – verankerte Geschichte, sie sei an ihrem 32. Geburtstag auf einem weißen Pferd ins Studio 54 eingeritten, leider nicht stimmt.

Sie schreibt:

"I would like to set the record straight. Mick Jagger and I walked into Studio 54. Steve Rubell had apparently seen a picture in a magazine of me riding a white horse in Nicaragua and he thought it would be a clever idea to bring a horse to the club as a birthday surprise for me. It was a beautiful white horse that reminded me of mine and I made the foolish decision to get on it for a few minutes. The photographed image went around the world, giving rise to the fable – that  I arrived at the Studio 54 on a white horse."

Ab da gleitet der Brief ab. Sie fährt fort:

"As an environmentalist and an animal rights defender, I find the insinuation that I would ride a horse into a nightclub offensive."

Ok, ok. We get it. Aber, dearest Bianca, der Übermut, der "spirit" der unter Euch damals herrschte, wird durch diesen einen Satz "she famously entered her birthday party atop a white horse", ob akkurat oder nicht, allegorisch auf den Punkt gebracht. Muss Geschichte nicht manchmal in Anekdoten erzählt werden, um ein wirklich akkurates Bild der Zeit zu vermitteln?

Egon Friedell schrieb in seiner "Kulturgeschichte der Neuzeit": "Oft wird ein ganzer Mensch durch eine einzige Handbewegung, ein ganzes Ereignis durch ein einziges Detail schärfer, einprägsamer, wesentlicher charakterisiert als durch die ausführlichste Schilderung. Kurz: die Anekdote in jederlei Sinn erscheint mir die einzig berechtigte Kunstform der Kulturgeschichtsschreibung."

Und beim großen englischen Historiker Thomas Macaulay finden wir den Satz: "Die besten Porträts sind vielleicht die, in denen sich eine leichte Beimischung von Karikatur findet, und es lässt sich fragen, ob nicht die besten Geschichtswerke die sind, in denen ein wenig von der Übertreibung der dichterischen Erzählung einsichtsvoll angewendet ist."

Oder, um es mit Reich-Ranicki zu sagen: "Man muss eben übertreiben und verstanden zu werden."

Sonntag, 19. April 2015

Wie alt ist Yoda?


Ein Kurator der British Library hat eine reizvolle Übersicht mittelalterlichen Darstellungen von Monstern und Dämonen zusammengestellt. Das hier online gestellte Video ist sehr kurz, aber auch sehr sehenswert.

Bemerkenswert ist u.a. obige Darstellung aus den sogenannten Smithfield Decretals aus dem 14. Jahrhundert. Für Star-Wars-Fan ist klar, wer hier dargestellt wird.